Dienstag, 29. Dezember 2009

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt...



Überlass es der Zeit

Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlass es der Zeit.
Am ersten Tage wirst du feige dich schelten,
Am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du's überwunden;
Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Theodor Fontane




Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben,
sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Seneca


Ein ganzes Leben

"Weißt Du noch“, so frug die Eintagsfliege,
abends, "wie ich auf der der Stiege
damals dir den Käsekrümel stahl?"
Mit der Abgeklärtheit eines Greises
sprach der Fliegenmann: "Gewiss ich weiß es!"
Und er lächelte: "Es war einmal..."

"Weiß Du noch", so fragte sie,
"Wie ich damals unterm Knie
jene schwere Blutvergiftung hatte?".
"Leider" sagte halb verträumt der Gatte.

"Weißt du noch, wie ich, weil ich Dir grollte,
Fliegenleim-Selbstmord verüben wollte??
Und wie ich das erste Ei gebar??
Weißt du noch wie es halb sechs Uhr war??
Und wie ich in Milch gefallen bin?? "

Fliegenmann gab keine Antwort mehr,
summte leise vor sich hin:
"Lang, lang ist´s her - lang ".

Ringelnatz


Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt



Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt
Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Prosit Neujahr -
Ob gut, ob schlecht, wird später klar.
Doch bringt's nur Gesundheit und fröhlichen Mut
Und Geld genug, dann ist's schon gut.

Mich hatt's gefreut,
So neu zu sehn in eleganten
Schreibfederstrichen die Bekannten
Aus alter Zeit.

Na, Prosit! sagte Fritzchen Köhler.
Nach dem Examen ist mir wöhler.

Besten Gruß an die gesamten
Steuer= wie auch Zollbeamten.
Was sie dichten voll Gemüt,
Zeigt uns, daß ihr Weizen blüht.

Hochmütig ist der Pfaffen Zunft;
O Bismarck, bring sie zur Vernunft!
Schmoll nicht zu lange in Varzin,
Sonst möcht' wohl gar ihr Weizen blühn.
Nimm sie beim Ohr und sprich zuletzt:
Hier, meine Herrn, gilt das Gesetz.

Ach, Herr, mach alles wieder recht,
Dämpf die Pfaffen und Kriegersknecht.
Gib Frieden, dazu viel edlen Wein,
Auf daß wir allesamt lustig sein.

Max und Moritz, diese Knaben,
Sollen, hör' ich, Eltern haben.
Einen der und eine die,
Nämlich Scherz und Phantasie.

Wohl sind die Töne längst verklungen,
Die wir, die Alten, einst gesungen;
Doch stets melodisch klingt es fort,
Im Jugendchor, das deutsche Wort.

Ach, mitunter muß man lügen,
Und mitunter lügt man gern!

Stets trank er lieber Wein als Wasser
Und war auch nie ein Weiberhasser.

Raum ist in der kleinsten Hütte
Für ein einzig liebend Paar.
Nur für Karoline Schütte
Und für mich ist das nicht wahr.

Froh hupft der Floh.
Vermutlich bleibt es noch lange so.

Fortuna lächelt, doch sie mag
Nur ungern voll beglücken;
Schenkt sie uns einen Sommertag,
So schenkt sie uns auch Mücken.

Wilhelm Busch

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Sonntag, 20. Dezember 2009

Zimt - ein Gewürz mit langer Geschichte


Wie den meisten ja bestimmt bekannt ist, gibt es zwei Arten von Zimt.
Der wertvollere "echte" oder auch Ceylonzimt heißt botanisch
Cinnamomum verum (Syn. C. zeylanicum) und gehört zu den Lauraceaen/Lorbeergewächse.
Der echte Zimt stammt aus Sri Lanka (früher Ceylon) und Indien.
Es handelt sich um einen mittelgroßen immergrünen Baum mit
derben, gegenständigen Blättern, die eine deutliche Aderung haben.
Die kleinen weißen Blüten bringen eichelartige Früchte hervor.
Die Rinde wird alle zwei Jahre abgeschält und die äußere Schicht
abgekratzt. Die innere Rinde wird getrocknet, wobei sie sich zu den
charakteristischen "Stangen" aufrollt.
Beim Ceylonzimt sind das nur hauchdünne Schichten, die ineinander gesteckt werden und im Querschnitt etwas an Zigarren erinnern:




Ein hochwertiger Ceylonzimt fühlt sich fast papierartig an!
Er enthält ätherische Öle (bis 75% Zimtaldehyd und bis 10% Eugenol),
Gerbstoffe und in geringer Menge Cumarin (ca. 0,02g pro Kg).

Der eng verwandte Kassia- oder Chinazimt heißt botanisch Cinnamomum aromaticum und kommt aus Myanmar (China).
Er hat wechselständige Blätter und rundlichere Früchte.
Bei der Zimtkassie wird die Rinde dicker abgeschält und nur wenig
von der äußeren Rinde abgekratzt.
Die Stangen sind oftmals nur von einer Seite eingerollt und
sehr fest bzw holzig
. Bei ihnen braucht es je nach Stärke schon etwas Kraft um sie zu brechen:





Kassiazimt hat ein intensiveres Aroma als Celonzimt,
ist aber weniger hochwertig. Der Cumaringehalt ist bei
dieser Art erheblich höher als beim Ceylonzimt (2 g pro Kg).
Von der Zimtkassie sind auch die (unreifen) getrockneten Früchte
als "Zimtblüten" im Handel zu bekommen.
Diese haben ein angenehmes Aroma und werden im Mörser zerstossen.

Lassen sich die Stangen noch recht gut voneinander unterscheiden, sieht es bei gemahlenem Zimt leider etwas anders aus.
Nur selten wird beim gemahlenen Zimt auf der Packung angeben,
um welchen es sich handelt.
Allerdings ist der echte Zimt erheblich teurer als Kassia!
Oftmals werden auch beide Sorten verschnitten!
Die Bezeichnung Cannelle gibt es für beide Arten,
beim echten Zimt sollte noch Typ Ceylon dahinter stehen.
Den Ceylontyp bekommt man am ehesten in der Apotheke
oder in gut sortierten Gewürzläden.

Der billigere Chinazimt wird auch, gerade jetzt in der Adventszeit,
zum Basteln und als Deko angeboten.






Etwas Geschichte:

Der als feinste und beste geltende Ceylonzimt
hat eine blutige Vergangenheit.
Die arabischen Händler hielten die Herkunft des begehrten Gehölzes
lange geheim, bis 1505 die Portugiesen auf Ceylon landeten.
1638 wurden diese dann von den Holländern vertrieben, die dann zu
den führenden Zimtproduzenten der Welt aufstiegen.
Ab 1767 fingen die Niederländer an den Zimt in Plantagen zu pflanzen, zuvor wurde aus Wildbeständen geerntet.
Die Nachfrage wuchs ständig und die Gewinne waren riesig.
Deshalb wurden die Bestände auch mit drastischen Maßnahmen verteidigt. Die Herausgabe von Zweigen des Zimtbaumes an Ausländer wurde mit dem Tod bestraft!
1796 wurd die Insel dann von den Engländern erobert,
damit war die Zeit der hohen Erträge durch den Zimthandel für die Holländer vorbei.

Der Zimt wurde allerdings schon zu biblischen Zeiten erwähnt.
Im Buch der Sprichwörter (7,17) heißt es:
"Ich habe mein Lager besprengt mit Myrrhe, Aloe und Zimt"
(Damit wollten leichte Mädchen ihre Freier locken...)
Auch zur Herstellung des Salböls wurde der Zimt genannt:
(Mose; Exodus 30,23) "Nimm dir Balsam von bester Sorte:
fünfhundert Scheckel erstarrte Tropfenmyrrhe, halb soviel,
also zweihundertfünfzig Scheckel wohlriechenden Zimt..."



Auch in der heutigen Zeit gibt es zahlreiche
Verwendungsmöglichkeiten für den Zimt:


  • Gewürz für: Kuchen, Süßigkeiten, Tee und auch für herzhafte Gerichte
  • Das Öl (aus Blättern und Rinde destilliert) für: die Aromatisierung von Backwaren, Konfekt, Likör, Parfüms und Seifen
  • Räucherwerk
  • Zusatzstoff für Arzneimittel
  • Heilpflanze - erwärmend, anregend, durchblutungsfördernd, krampflösend, antiseptisch, blutdrucksenkend, verdauungsanregend, menstruationsfördernd.


Ein schönes Rezept für ein Dessert, passend für die Festtage:

Portpflaumen mit Zimt



Ich habe statt der Creme ein Vanilleparfait
dazu gemacht und mit Zimt bestäubt.



Und zum Schluß noch ein Buchtip:

Zimt: Das duftende Juwel aus Tausendundeiner Nacht
- Anregendes, Geschichte und Rezepte


aus dem AT Verlag. Ein wunderschönes Buch, das ich jedem
Zimtfan nur empfehlen kann!



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Samstag, 19. Dezember 2009

Neues aus Filz...

Damit mein Gartenblog auch ein Gartenblog bleibt
habe ich mir eine virtuelle Werkstatt eingerichtet!
Denn momentan bin ich soviel am Basteln,
dass mir das dann hier doch zu unübersichtlich wird.
Hier soll es schon in erster Linie um Pflanzen gehen.
Ich freue mich über Besucher und lasse schonmal ein Bild
von meinen neuen Laufenten hier:

DANKE LIEBER NABU!

Ich habe soeben auf der HP des hessischen NABU gelesen, dass der geplante Gifteinsatz im Riedwald gegen die Maikäfer erfolgreich abgewendet werden konnte! Auch ich hatte mich mit meiner Unterschrift (per Post) an der Aktion beteiligt. Als Gärtnerin weiß ich sehr wohl, was es bedeutet ein Gift wie "Perfekthion" (Dimethoat) im Wald (!) einzusetzen.
Wenn ich so etwas im Gewächshaus spritze trage ich einen Vollschutzanzug mit Gasmaske!

Ganz davon zu schweigen, dass so ein Mittel nicht selektiv "nur" gegen Maikäfer wirkt,
sondern eben auch andere Insekten wie zB Bienen, Schmetterlinge, den geschützen (!) Hirschkäfer (den es dort gibt)und viele mehr tötet und auch für Vögel und andere Insektenfresser gefährlich ist. Ich war wirklich entsetzt über dieses Vorhaben und bin mehr als nur froh, dass dieses jetzt offenbar vom Tisch ist.
Ein schöneres Weihnachtsgeschenk kann man sich als Tier- und Naturfreund ja kaum wünschen.

Herzlichen Dank an den NABU für diese gelungene Aktion!

Ich kenne als gebürtige Bensheimerin diesen Wald schon lange
und freue mich sehr darüber. Wer mehr darüber wissen will, kann hier nachlesen:

http://hessen.nabu.de/artenschutz/insekten/aktionen/11487.html



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Samstag, 12. Dezember 2009

Köstliche Palmenfrucht - die Dattel

Jetzt in der Weihnachtszeit gibt es wieder überall Datteln zu kaufen. Eine wohlschmeckende Frucht, die sowohl süß als auch herzhaft verwertet werden kann. Doch was ist das überhaupt? Es handelt sich um die Frucht einer Palme - Phoenix dactylifera.
Diese ist in Nordafrika, Indien und dem mittlerem Osten verbreitet, wo sie eine Höhe von bis zu 20 m erreichen kann.
Die Pflanze ist
zweihäusig, das heißt es werden eine männliche und eine weibliche Pflanze benötigt um Früchte ernten zu können. Botanisch betrachtet ist die Dattel übrigens eine Beere! Diese werden nur alle zwei Jahre an traubigen Fruchtständen gebildet. Die Dattelpalmen werden in großen Plantagen angebaut und sind von wichtiger kommerzieller Bedeutung, außer den Früchten liefern sie auch noch Öl und Saft (Lakmi) der zu Palmwein vergoren wird. Durch Destillation wird der Palmwein zu Arrak weiterverarbeitet, der wird auch hierzulande gerne zum Backen verwendet.

Als Kübelpflanze erfreut sich die Dattelpalme auch großer Beliebtheit.
Sie ist leicht zu halten und wirkt in dekorativen Terracottatöpfen auf der Terrasse unheimlich schön. Man liest zwar immer wieder mal davon, dass die Dattelpalme bei "harter" Kultur Frost erträgt, aber in so kalten Wintern wie 08/09 würde sie eine Freilandkultur bestimmt nicht überleben.
Als Pflanze trocken-heißer Regionen benötigt sie einen sonnigen Platz, im Sommer am besten im Freien und mäßig Feuchtigkeit. Bei trockener Zimmerluft unbedingt auf Spinnmilben achten!
Eine sandig-lehmige Erde und nicht zu große Töpfe verwenden.
Die Überwinterung möglichst hell und kühl!








Dattelkekse

Zutaten:

300 g Mehl
200 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
1 Pck. Orangenzucker
1/2 Fl. Buttervanille-Aroma
etwas Zimt, Kardamom,
Galgant und Curcuma
Datteln
Eigelb
Olivenöl (mit Zitronenaroma)
Schlückchen Sahne
und etwas Puderzucker
gehackte Nüsse und Hagelzucker für die Deko


Alle Zutaten gründlich verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.
Kleine Stücke ausrollen, eine Dattel drauflegen und einrollen,
an den Seiten festdrücken und das ganze mit einer Mischung
aus Eigelb, Olivenöl, Sahne und etwas Puderzucker bestreichen.
Gehackte Walnüße, Krokant und Hagelzucker auf den Dattelpäckchen
andrücken diese dann und für etwa10 Minuten
bei ca. 200°C in den vorgeheizten Ofen geben.
Dazu passt ganz wunderbar eine Tasse Earl Grey ;-)






Datteln im Speckmantel


Entkernte Datteln ganz nach Gusto mit
Ziegenkäse oder Mandeln füllen
und in geräucherten Schwarzwälder Schinken
einwickeln. Gegebenfalls mit Zahnstochern feststecken.
In Butter knusprig braten.
Schmeckt warm und kalt und passt auch wunderbar zu den
abgebildeten ausgebacken Salbeiblättern.
Mit Crema di Balsamico anrichten...

Das Rezept für die Salbeiblätter habe ich bei Chefkoch gefunden:

Salbei-Mäuse






Samstag, 5. Dezember 2009

Zitrone - mehr als nur Obst






















Citrus limon (Rutaceae)

Ein immergrüner Kleinbaum mit hellgrünen derben Blättern.
Ursprünglich aus China, heute z.B. im Mittelmeerraum kommerziell angebaut.
Die Früchte brauchen eine hohe Sonnenintensität um auszureifen.

Verwendete Teile:

Frucht & Schale
(Bei der Kafir-Limette [Citrus hystrix] werden die Blätter verwendet.)

Inhaltstoffe:

Ätherisches Öl, Cumarine, Flavonoide, Vitamine ( A, B1, B2, B3 und C), Schleim

Die Zitrone ist als Heilpflanze und Hausmittel enorm vielfältig.
Ihr hoher Vitamingehalt macht sie zudem zu einem wertvollen Lebensmittel.
Eine frische Zitrone am Tag genügt schon um die körpereigenen Abwehrstoffe zu aktivieren, um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen, um den Säuregehalt im Körper zu regulieren (alkalische Wirkung - wichtig bei Rheuma und Gicht) und durch die Flavonoide werden die Venen und Kapillare gestärkt, was Krampfadern vorbeugt.
Das ätherische Öl wirkt antiseptisch und antibakteriell. Diese Wirkung kann man sich bei Lippenherpes, Akne, Fußpilz und Insektenstichen zunutze machen.
Zitronensaft verringert die Bildung von Magensäure, was besonders bei Sodbrennen und Gastritis hilfreich ist.
Zitrone ist ein Tonikum, welches das Allgemeinbefinden verbessert und sogar der Duft hat eine positive Wirkung auf die Psyche, vor allem bei Winterdepressionen.
Auch im Haushalt ist die Zitronensäure nicht wegzudenken, ob als Entkalker oder zum einkochen von Marmelade und zum Ansetzen von Likören um die Haltbarkeit zu verbessern.
In der Kosmetik kommt ebenfalls Zitrone zum Einsatz, sie hilft sehr gut bei fettiger Haut und wird Seifen, Shampoos und Lotionen zugesetzt.


Bei Erkältung:

50 ml Zitronensaft
100 ml heißes Wasser
eine zerdrückte Knoblauchzehe
eine Prise Zimt

3 x täglich eine Tasse trinken.


Mundgeschwüre:

5 Tropfen ätherisches Öl
1 TL Olivenöl

- gut mischen und auf die betroffenen Stellen auftragen.


Fettige Haut:

1 EL fettarmer Naturjoghurt
1 TL Zitronensaft
1 Tropfen ätherisches Rosmarinöl

- alles gut mischen, das Gesicht mit warmen Wasser anfeuchten und die Mischung gleichmäßig auftragen. Eine Minute lang mit kreisenden Bewegungen einmassieren, dann mit warmen Wasser abwaschen.


Zitronenplätzchen:

250 g Butter
250 g Zucker
2 Eier
1 Prise Salz
1/2 Päckchen Backpulver
500 g Mehl
2 Zitronen, Saft und Schale
Puderzucker und Zitronensaft für den Guß,
sowie einige Zitronenzesten zum Dekorieren.

Die ersten vier Zutaten verrühren und schaumig schlagen, dann das Mehl mit dem Backpulver vermischen und unterrühren. Die Zitrone zugeben und nochmals gut verkneten.
Teig eine Stunde kühl stellen, dann ausrollen und Plätzchen ausstechen.
Bei ca. 180 °C (je nach Ofen) 10-12 Minuten backen, nicht zu dunkel werden lassen.
Aus dem Puderzucker und dem Zitronensaft einen Guß anrühren und mit dem Pinsel überziehen.
Einige Zitronenzesten in den feuchten Guß drücken.
Anstelle der Zitronenzesten kann man auch Lavendelblüten nehmen,
das schmeckt in Verbindung mit Zitrone himmlisch!
(Ich gebe dann noch einige Lavendelblüten mit in den Teig)



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Freitag, 4. Dezember 2009

Ingwer - Heilkraft mit "Geschmäckle"



































Zingiber officinale - Zingiberaceae

~ Ca. 60cm hohe, Rhizom bildende, ausdauernde Pflanze aus Asien
mit langen schmalen Blättern an aufrechten Trieben.
Das Rhizom verzweigt sich und wächst recht kompakt.

Verwendete Teile:

Rhizom, frisch und getrocknet

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl (Zingiberen)
Scharfstoffe (Gingerol, Shogaole)

Ingwer hat eine sehr positive Wirkung auf den gesamten Magen-Darm-Trakt.
Er hilft bei Verdauungsbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen, Übelkeit, Koliken, Blähungen und durch die antiseptischen Inhaltsstoffe sogar bei Infektionen.
Ingwer wirkt außerdem kreislaufanregend und fördert die Durchblutung der Haut, hilft bei kalten Füßen, wirkt schweißtreibend und fiebersenkend.

Rechtzeitig eingenommen kann er sogar gegen Migräne eingesetzt werden und in Verbindung mit Kamille als Tee bei Periodenschmerzen.
Bei Erkältungskrankheiten ist Zingiber durch die wärmenden Eigenschaften sehr bewährt.
Auch die Blutgerinnung wird durch die Einnahme von Ingwer gehemmt, sodass ein regelmäßiger Genuss bei Venenproblemen von Vorteil ist.
Wer Blut verdünnende Mittel einnimmt sollte allerdings vorsichtig sein!


Bei Migräne und innerer Kälte:

1/2 TL getrockneter Ingwer
auf ein Glas heißes Wasser.


Bei Frösteln durch Erkältung und gegen Halsschmerzen:

3TL frisch geriebenen Ingwer
oder
einige frische Stücke, klein geschnitten
500 ml Wasser
2 EL Zitronensaft, frisch gepresst
1 EL Honig

Den Ingwer 10 Minuten köcheln lassen,
dann die Zitrone und den Honig zugeben.
Bis zu 3 Tassen täglich trinken.


Bei Reisekrankheit oder Übelkeit

frische Ingwerstückchen
oder kandierten Ingwer kauen.


Bereits im Lorscher Arzneibuch (anno 795)
wurde der Ingwer als Heilpflanze genannt:














Allerdings heißt es auf der Tafel über das Arzneibuch im Kloster Lorsch: "exotische pflanzliche Drogen [...] die aus dem fernen Osten eingeführt werden mussten und deshalb sehr teuer waren. Auf diese sollte man möglichst verzichten."
Es wurde hier empfohlen heimische Pflanzen zu sammeln...
Da haben wir es heute doch erheblich leichter!



Für die anregende Schärfe ist das Gingerol verantwortlich.
Dieses wird beim Trocknen in Shogaole umgewandelt, welche weniger scharf sind.
Frischen Ingwer beim Kochen also etwas vorsichtiger dosieren als Pulver!




Ingwer-Möhren-Kartoffeleintopf

4 mittelgroße Kartoffeln
2-3 Möhren
ca. 2€ großes Stück frischen Ingwer
ca. 3/4 Liter Gemüsebrühe
Pfeffer, Currypulver
100 ml Sahne
2 EL gerösteter Sesam und
Kresse zum Anrichten

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Kartoffeln und Möhren klein schneiden und in die Brühe geben. Den Ingwer fein reiben und zugeben. Einkochen lassen und mit der Sahne angießen.
Mit den Gewürzen abschmecken und auf dem Teller mit geröstetem Sesam und frischer Kresse anrichten.
Wer es deftig mag:
angebratene Cabanossi dazugeben!
Schmeckt sehr lecker und wärmt von Innen.

Desto länger der Ingwer mitkocht um so schärfer wird der Eintopf. Wer es also etwas milder mag sollte den Ingwer erst zugeben, wenn die Kartoffeln gar sind.